Demokrits Erben. Der Atomismus zwischen Philosophie und Physik

Demokrits Erben. Der Atomismus zwischen Philosophie und Physik
Der Vortrag geht der Frage nach, welche Ideen des antiken Atomismus gegenwärtig noch lebendig sind. Die gängige Unterscheidung zwischen einer „philosophischen Periode“ des Atomismus und einer sich in der Neuzeit und speziell im 19. Jahrhundert anschließenden „physikalischen Periode“ ist irreführend. Das liegt u. a. daran, dass im antiken Atomismus verschiedene inhaltliche und methodische Gedanken verknüpft sind, die im
weiteren Verlauf unterschiedliche Schicksale haben. Die genauere Untersuchung zeigt, dass das durch den Atomismus nahe gelegte naturalistische Natur- und Menschenbild und seine methodischen Maximen noch aktuell sind, während von den physikalischen Annahmen des Atomismus in der gegenwärtigen Physik nicht viel übrig geblieben ist.

Manfred Stöckler, geb. 1951, Dipl.-Phys., Dr. phil., Professor für Theoretische Philosophie
mit dem Schwerpunkt Naturphilosophie und Philosophie der Naturwissenschaften an der Universität Bremen (seit 1990).
Studium der Mathematik, Physik und Philosophie in Gießen und Heidelberg. Publikationen zu philosophischen Problemen im Umkreis der gegenwärtigen
Naturwissenschaften (insbes. der Quantentheorie und der Kosmologie), zur Wissenschaftstheorie komplexer Systeme und zur Physikdidaktik.